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Deichbrand: Tiefbasskommando nach Vorwürfen gegen Eisberg raus

Kurz vor dem Start des Deichbrand-Festivals bei Cuxhaven gibt es ein kurzfristiges Programmupdate mit ernstem Hintergrund. Die Berliner Underground-HipHop-Gruppe Tiefbasskommando ist nicht mehr im Line-up – Grund dafür sind schwerwiegende Vorwürfe gegen den früheren Bandmitglied Eisberg.

Was ist passiert?

Eisberg war bis Anfang Juli Teil des Berliner Rapkollektivs. Am 6. Juli teilte die Gruppe mit, dass er nicht länger dazugehört – zuvor waren in sozialen Netzwerken Vorwürfe gegen ihn verbreitet worden. In einer eigenen Instagram-Stellungnahme räumte Eisberg erhebliches Fehlverhalten ein: „Ich habe über die letzten fünf Jahre meine Macht als Rapper ausgenutzt.” Er habe über Jahre aus sexuellem Interesse weibliche Fans über Instagram kontaktiert – teilweise seien es sehr junge, aber nach eigenen Angaben stets volljährige Personen gewesen. Mit mehreren sei es zu sexuellen Handlungen gekommen.

Nach Eisbergs Darstellung hatte Tiefbasskommando bereits vorher von problematischen Kontakten erfahren und interne Regeln eingeführt, die intime Beziehungen zu Fans ausschließen sollten – Regeln, an die er sich eigenen Angaben zufolge nicht gehalten habe.

Tiefbasskommando zieht Konsequenzen

Die Band selbst positionierte sich klar: „Machtmissbrauch, Grenzüberschreitungen und das Ausnutzen von Vertrauensverhältnissen verurteilen wir uneingeschränkt – unabhängig davon, von wem sie ausgehen, und ausdrücklich auch aus den eigenen Reihen. Dafür gibt es bei uns keinen Platz.” Die Gruppe befindet sich nach eigenen Angaben aktuell in einem professionell begleiteten Aufarbeitungsprozess.

Eisberg selbst kündigte an, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen: „Ich begebe mich in stationäre Therapie, werde meinen Entzug von Alkohol und anderen Drogen fortsetzen und mich auf unbestimmte Zeit aus der Öffentlichkeit zurückziehen.”

Ob die Streichung von Tiefbasskommando beim Deichbrand direkt mit den Vorwürfen zusammenhängt, haben die Veranstalter offiziell nicht bestätigt – die Community deutet die Entscheidung online aber eindeutig in diesem Kontext, und das Festival erhält dafür viel positiven Zuspruch.

Zweite Absage aus ganz anderem Grund

Parallel dazu musste auch Sängerin Anaïs ihren geplanten Auftritt absagen – allerdings aus völlig anderen Gründen. Die 24-Jährige erklärte auf Instagram, sie habe zuletzt viele schöne Dinge erlebt, aber die Warnsignale von Körper und Psyche ignoriert: „Ich muss jetzt dringend auf Pause drücken, um wieder zu Kräften zu kommen.” Neben dem Deichbrand betrifft die Absage auch weitere Festivaltermine im Juli und August.

Yung Saint Paul springt ein

Für Anaïs’ Auftritt übernimmt kurzfristig Rapper Yung Saint Paul – damit steht laut Veranstalter der komplette Zeitplan des Festivals nun fest. Das Deichbrand-Festival läuft vom 16. bis 19. Juli 2026 in Nordholz bei Cuxhaven, mit einem Line-up, das unter anderem Sido, Rise Against, Scooter und die Beatsteaks umfasst.

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